Square Dance Tradition

Squaredance

Square Dance Tradition im Wandel?

Hat sich der Square Dance mit seiner Tradition verändert oder haben wir uns verändert? Diese Frage habe ich mir in letzter Zeit öfter gestellt. Es muss alles schneller, höher, besser? sein. Class in 3Monaten, Plus nach 6 Monaten, es wird zum Wettkampf geblasen.

Tradition, Miteinander/Füreinander, soziale Zufriedenheit ,Wohlbefinden(in manch einer Satzung festgeschrieben) bleibt auf der Strecke.

An dieser Stelle fiel mir ein Artikel auf, den unser EAASDC-President im Bulletin veröffentlichte und den er mir gestattete hier wiederzugeben:

Liebe Mitglieder,

seit einigen Wochen wächst wieder Gras. Nein, nicht über irgendwelche Geschichten sondern draußen in der Natur. Dies führt zu meiner Lieblingsbeschäftigung,dem Rasen mähen und ich nütze diese Tätigkeit zum Nachdenken über dies und das. Dabei gehen mir Gedanken und Empfindungen über die Entwicklung unseres Hobbies durch Kopf und Gemüt.

Ich denke daran, dass tanzende Gäste von anderen Clubs immer willkommen waren und insbesondere der Erstbesuch nicht zu irgendwelchen Forderungen führte, auf die ich hier nicht näher eingehen will. Es war schön, andere Tänzer beim Clubabend freundlich, ja herzlich und zuvorkommend zu begrüßen, sich um sie zu kümmern und ihnen den ganzen Abend zu vermitteln, dass sie willkommen sind. Umgekehrt zeigten uns diese Tänzer, dass sie sich wohl fühlen bei uns und benahmen sich ebenfalls als freundliche und dankbare Gäste. Es war kein Fordern und Nehmen, es war ein Geben.

Ich denke daran, dass sich Clubs gegenseitig halfen, bei der Durchführung unserer Tänze und miteinander an der Entwicklung unseres Hobbies arbeiteten. Es gab kein Konkurrenzdenken, Neid und Missgunst, es gab ein „wir wollen gemeinsam“ und „wie können wir euch helfen“.

Ich denke daran, wie wir uns freuten, wenn wir zu einer Veranstaltung oder einem Clubabend kamen, gespannt darauf, was anders ist, als wir es gewohnt waren. Wir sahen in einem Neuen und Fremden eine Abwechslung, die uns persönlich gut tat. Wir waren aufgeschlossen, für Änderungen und Erlebnisse, weil sie uns intellektuell, kulturell und menschlich weiterbrachten

Ich denke daran, dass wir Freude daran hatten, mit neuen Figuren und Variationen gefordert zu werden, aber wir hatten auch die Freude einem unsicheren Tänzer zum x-ten mal durch den Square geholfen zu haben. Wir empfanden es als große Abwechslung zu zig verschiedenen Leadern zu tanzen, aber wir waren auch gespannt auf die unterschiedlichen Cues und Calls eines einzelnen Leaders über mehrere Stunden. Wir fanden es toll, zu einem erfahrenen Leader zu tanzen und wir waren gerne bereit, einem noch Unerfahrenen Unterstützung und Geduld zu geben. Kurzum, wir stellten keine Ansprüche an Andere beim Tanzen und trugen durch unsere positive Einstellung dazu bei, dass wir Spaß hatten und wir stellten den Menschen in den Vordergrund und nicht seine Leistung.

Ich denke daran, dass dieses Hobby mehr war als fehlerloses Tanzen, exaktes Styling und seitenlange Definitionen. Es hatte menschliche und kulturelle Inhalte und Werte. Es hatte ein Brauchtum mit 4 Ecken. Du hast eine Tür geöffnet und warst in einer anderen Welt, ohne Stress und Zank, in der es keinen Platz für persönliche Enttäuschungen gab, in der nicht rumgenörgelt wurde und deine Erwartungen zu hoch waren, in der du deine Meinung positiv, motivierend und hilfreich geäußert hast. Du hast deine negativen Empfindungen vor der Tür gelassen und hast dafür gesorgt, dass du und alle sich gut fühlten.

Ich denke an die Zeit als ich dieses Hobby kennen gelernt habe und was mir damals am meisten imponierte: Wenn du dich positiv einbringst und gibst anstatt zu fordern, erhältst du mehr zurück, als dass du je dafür zahlen könntest.

Denke ich zu viel an alte Zeiten? Sind sie vorbei und wenn ja, kommen sie wieder? Das Gras jedenfalls wächst und kommt immer wieder.

Grüßle

Wuffi

Wuffis-Text


Diesen Worten ist nicht mehr viel beizufügen. Jeder kann sich dazu seine eigenen Gedanken machen. Für mich war es  eine gute Gelegenheit Vergangenheit und Gegenwart miteinander für die Zukunft zu verbinden.

Stefan Rump

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